Starke Hautkrebs-Zunahme im Nordosten Deutschlands

Eine Auswertung der AOK Nordost zeigt, dass es 2015 ein Drittel mehr Hautkrebsfälle unter den Versicherten gab als noch 2008. Die Vorsorge stagniert dagegen auf niedrigem Niveau.

Das Gesundheitswissenschaftliche Institut Nordost (GeWINO), das zur AOK Nordost gehört, hat jüngst eine Analyse von Hautkrebsdaten vorgelegt. Alarmierender Befund: Die Zahl der Hautkrebserkrankungen unter den AOK-Versicherten ist zwischen 2008 und 2015 um rund ein Drittel gestiegen. Betrachtet man nur die über 35-Jährigen, so fiel der Anstieg noch deutlicher aus: Von ihnen wurden zuletzt 2,9 Prozent wegen Hautkrebs behandelt, 2008 waren es noch 2,0 Prozent gewesen – ein Plus von 45 Prozent also. Besonders deutlich, nämlich um 65 Prozent, gingen die Erkrankungsraten bei den über 35-Jährigen in Brandenburg nach oben. Das höchste Erkrankungsrisiko verzeichnen allerdings nach wie vor andere Regionen: Rostock, Schwerin und die Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Im nordöstlichen Bundesland beträgt die Hautkrebsprävalenz in der Altersgruppe über 35 Jahren 3,5 Prozent – woran die vielen Wasserflächen, die die UV-Strahlung reflektieren, ebenso ihren Anteil haben dürften wie das damit verbundene Freizeitverhalten; in Brandenburg beträgt die Rate 3,2 Prozent.

Sonderfall Berlin

In Berlin ist mit 2,3 Prozent ein deutlich geringerer Anteil der über 35-Jährigen von Hautkrebs betroffen. Nach Meinung der GeWINO geht diese relativ niedrige Rate zum einen auf das jüngere Durchschnittsalter der dortigen AOK-Versicherten zurück, zum anderen auf den höheren Anteil von Zuwanderern mit andersartigem Hauttyp als „alteingesessene“ Deutsche. „Der Hauttyp spielt bei der Entstehung von Hautkrebs eine wichtige Rolle, neben der UV-Licht-Bestrahlung, die über die Jahre zusammenkommt. Daraus folgt auch, dass das Hautkrebsrisiko in späteren Lebensjahren steigt“, erläutert die Hautärztin Dr. Sybille Thoma-Uszynski, die in Berlin-Mitte eine dermatologische und venerologische Praxis betreibt. Umso besorgniserregender ist die Tatsache, dass das Hautkrebsvorsorge-Angebot der AOK Nordost (wie aller anderen gesetzlichen Krankenkassen) gerade von Senioren nur wenig nachgefragt wird. „Leider hat unsere Analyse gezeigt, dass Versicherte ab dem 55. Lebensjahr das Hautkrebsscreening nur sporadisch in Anspruch nehmen, obwohl sie zur Hochrisikogruppe für Hautkrebs gehören“, bringt Dr. Jan Breitkreuz vom GeWINO die Problematik auf den Punkt. Nach der Einführung des kostenlosen zweijährlichen Screenings 2008 sei die Teilnahme zwar zunächst angestiegen, doch seit 2012 stagniere sie bei unter 12 Prozent pro Jahr (alle Altersgruppen). Diese Quote wird dem Risiko Hautkrebs bei Weitem nicht gerecht. 

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Eine Auswertung der AOK Nordost zeigt, dass es 2015 ein Drittel mehr Hautkrebsfälle unter den Versicherten gab als noch 2008. Die Vorsorge stagniert dagegen auf niedrigem Niveau.

Das Gesundheitswissenschaftliche Institut Nordost (GeWINO), das zur AOK Nordost gehört, hat jüngst eine Analyse von Hautkrebsdaten vorgelegt. Alarmierender Befund: Die Zahl der Hautkrebserkrankungen unter den AOK-Versicherten ist zwischen 2008 und 2015 um rund ein Drittel gestiegen. Betrachtet man nur die über 35-Jährigen, so fiel der Anstieg noch deutlicher aus: Von ihnen wurden zuletzt 2,9 Prozent wegen Hautkrebs behandelt, 2008 waren es noch 2,0 Prozent gewesen – ein Plus von 45 Prozent also. Besonders deutlich, nämlich um 65 Prozent, gingen die Erkrankungsraten bei den über 35-Jährigen in Brandenburg nach oben. Das höchste Erkrankungsrisiko verzeichnen allerdings nach wie vor andere Regionen: Rostock, Schwerin und die Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Im nordöstlichen Bundesland beträgt die Hautkrebsprävalenz in der Altersgruppe über 35 Jahren 3,5 Prozent – woran die vielen Wasserflächen, die die UV-Strahlung reflektieren, ebenso ihren Anteil haben dürften wie das damit verbundene Freizeitverhalten; in Brandenburg beträgt die Rate 3,2 Prozent.

Sonderfall Berlin

In Berlin ist mit 2,3 Prozent ein deutlich geringerer Anteil der über 35-Jährigen von Hautkrebs betroffen. Nach Meinung der GeWINO geht diese relativ niedrige Rate zum einen auf das jüngere Durchschnittsalter der dortigen AOK-Versicherten zurück, zum anderen auf den höheren Anteil von Zuwanderern mit andersartigem Hauttyp als „alteingesessene“ Deutsche. „Der Hauttyp spielt bei der Entstehung von Hautkrebs eine wichtige Rolle, neben der UV-Licht-Bestrahlung, die über die Jahre zusammenkommt. Daraus folgt auch, dass das Hautkrebsrisiko in späteren Lebensjahren steigt“, erläutert die Hautärztin Dr. Sybille Thoma-Uszynski, die in Berlin-Mitte eine dermatologische und venerologische Praxis betreibt. Umso besorgniserregender ist die Tatsache, dass das Hautkrebsvorsorge-Angebot der AOK Nordost (wie aller anderen gesetzlichen Krankenkassen) gerade von Senioren nur wenig nachgefragt wird. „Leider hat unsere Analyse gezeigt, dass Versicherte ab dem 55. Lebensjahr das Hautkrebsscreening nur sporadisch in Anspruch nehmen, obwohl sie zur Hochrisikogruppe für Hautkrebs gehören“, bringt Dr. Jan Breitkreuz vom GeWINO die Problematik auf den Punkt. Nach der Einführung des kostenlosen zweijährlichen Screenings 2008 sei die Teilnahme zwar zunächst angestiegen, doch seit 2012 stagniere sie bei unter 12 Prozent pro Jahr (alle Altersgruppen). Diese Quote wird dem Risiko Hautkrebs bei Weitem nicht gerecht.