Schuppenflechte-Versorgung verbessert – aber noch suboptimal

Das deutsche Gesundheitssystem leistet Schuppenflechte-Patienten heute deutlich bessere Hilfe als noch zur Jahrtausendwende, wie auch die WHO anerkennt. Dennoch bleibt einiges zu tun.

Als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2016 einen Bericht zur Psoriasis (Schuppenflechte) vorlegte, konnten sich die deutschen Dermatologen über ein Lob freuen: Die Versorgungsqualität in Deutschland sei im internationalen Vergleich vorbildlich.

Diese Einschätzung basiert zum einen auf tatsächlichen Fortschritten in der Psoriasis-Versorgung, die im letzten Jahrzehnt systematisch erarbeitet wurden. Zum anderen ist sie allerdings auch dem in vielen Ländern noch sehr unzureichenden Versorgungsniveau geschuldet. Denn auch in Deutschland läuft es noch nicht für alle Schuppenflechte-Patienten optimal.

Die WHO sieht, ebenso wie die deutschen Dermatologen, ein ganzheitliches Behandlungskonzept vor. „Betrachtet werden nicht nur die Symptome auf der Haut, sondern der gesamte Mensch – dazu gehören eventuelle Begleiterkrankungen, der Lebensstil, auch die psychosoziale Dimension“, erläutert die Hautärztin Dr. Sybille Thoma-Uszynksi, die in ihrer Praxis in Berlin-Mitte auch zahlreiche Schuppenflechte-Patienten betreut. „Nicht zuletzt deshalb ist das Arzt-Patienten-Gespräch auch in der Dermatologie von großer Bedeutung.“

Fehl- und Unterversorgung verbreitet

Die Pro-Kopf-Ausgaben der Brandenburger für moderne Systemtherapeutika zur Behandlung schwerer Psoriasis betrugen 2016 rund sieben Euro. In Baden-Württemberg betrug dieser Wert 60 Cent. Prof. Matthias Augustin, Direktor des Instituts für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, sieht in diesen und ähnlichen Zahlen einen Beleg für „große regionale Unterschiede mit einer insgesamt schlechteren Versorgungslage in Süd- und Südwest-Deutschland“.

Doch auch für das ganze Land zieht der Experte ein ernüchterndes Fazit: „Der größere Teil der Patienten mit Schuppenflechte wird immer noch fehl- oder unterversorgt.“ Dieses Urteil geht unter anderem darauf zurück, dass nur etwa 40 Prozent der Patienten mit schwerer Schuppenflechte eine Behandlung nach den modernen Leitlinien genießen.

Auch in einem Land mit Hochqualitäts-Versorgung wie Deutschland sind Schuppenflechte-Patienten jedenfalls gut beraten, sich ihre Behandler sehr genau auszusuchen, wenn die Therapie zeitgemäß sein soll. 

Das Praxisteam freut sich über engagierte Mitarbeiter (w/m)
für folgende Stellen (TZ/VZ):

Das deutsche Gesundheitssystem leistet Schuppenflechte-Patienten heute deutlich bessere Hilfe als noch zur Jahrtausendwende, wie auch die WHO anerkennt. Dennoch bleibt einiges zu tun.

Als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2016 einen Bericht zur Psoriasis (Schuppenflechte) vorlegte, konnten sich die deutschen Dermatologen über ein Lob freuen: Die Versorgungsqualität in Deutschland sei im internationalen Vergleich vorbildlich.

Diese Einschätzung basiert zum einen auf tatsächlichen Fortschritten in der Psoriasis-Versorgung, die im letzten Jahrzehnt systematisch erarbeitet wurden. Zum anderen ist sie allerdings auch dem in vielen Ländern noch sehr unzureichenden Versorgungsniveau geschuldet. Denn auch in Deutschland läuft es noch nicht für alle Schuppenflechte-Patienten optimal.

Die WHO sieht, ebenso wie die deutschen Dermatologen, ein ganzheitliches Behandlungskonzept vor. „Betrachtet werden nicht nur die Symptome auf der Haut, sondern der gesamte Mensch – dazu gehören eventuelle Begleiterkrankungen, der Lebensstil, auch die psychosoziale Dimension“, erläutert die Hautärztin Dr. Sybille Thoma-Uszynksi, die in ihrer Praxis in Berlin-Mitte auch zahlreiche Schuppenflechte-Patienten betreut. „Nicht zuletzt deshalb ist das Arzt-Patienten-Gespräch auch in der Dermatologie von großer Bedeutung.“

Fehl- und Unterversorgung verbreitet

Die Pro-Kopf-Ausgaben der Brandenburger für moderne Systemtherapeutika zur Behandlung schwerer Psoriasis betrugen 2016 rund sieben Euro. In Baden-Württemberg betrug dieser Wert 60 Cent. Prof. Matthias Augustin, Direktor des Instituts für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, sieht in diesen und ähnlichen Zahlen einen Beleg für „große regionale Unterschiede mit einer insgesamt schlechteren Versorgungslage in Süd- und Südwest-Deutschland“.

Doch auch für das ganze Land zieht der Experte ein ernüchterndes Fazit: „Der größere Teil der Patienten mit Schuppenflechte wird immer noch fehl- oder unterversorgt.“ Dieses Urteil geht unter anderem darauf zurück, dass nur etwa 40 Prozent der Patienten mit schwerer Schuppenflechte eine Behandlung nach den modernen Leitlinien genießen.

Auch in einem Land mit Hochqualitäts-Versorgung wie Deutschland sind Schuppenflechte-Patienten jedenfalls gut beraten, sich ihre Behandler sehr genau auszusuchen, wenn die Therapie zeitgemäß sein soll.