Neuer Therapieansatz bei schwarzem Hautkrebs

Ein internationales Forscherteam konnte mithilfe chemischer Wirkstoffe das Wachstum von Hautkrebszellen stoppen – ein Ansatz, der in zukünftige Kombinationstherapien einfließen könnte.

Auf dem Gebiet der Dermatologie zählt der schwarze Hautkrebs, fachsprachlich als malignes Melanom bezeichnet, zu den größten Herausforderungen. An dieser bösartigsten Haut-Tumorerkrankung sterben in Deutschland rund 3.000 Menschen pro Jahr, gut zehnmal so viele erkranken Jahr für Jahr neu daran. Hauptrisikofaktor ist extreme UV-Strahlung; auch in der Kindheit erlittene Sonnenbrände können noch nach Jahrzehnten zum Ausbruch führen. Vor allem Menschen mit hellen Hauttypen sind betroffen.

Bei der Bekämpfung des malignen Melanoms hat nun ein internationales Forscherteam, an dem unter anderen Wissenschaftler der Charité Berlin, des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) und des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung (BIH) beteiligt sind, einen vielversprechenden Durchbruch vermeldet. Ihnen gelang es, die Krebszellen gleichsam in Tiefschlaf zu versetzen und so an weiterem Wachstum zu hindern.

„Schutzprogramm“ reaktiviert
Die Grundlage bildet das Verständnis eines körpereigenen „Schutzprogramms“, mit dem mutierte Zellen von einer Weiterentwicklung zu Tumorzellen abgehalten werden. „Wenn Zellen mutieren, werden sie grundsätzlich epigenetisch markiert, worauf es zu einem Zellteilungsstopp kommt. Dazu wird gewissermaßen eine Warnung an die Eiweißbausteine des Erbguts geheftet. Solange diese Bestand hat, bleibt die betroffene Zelle inaktiv. Bei einer Krebserkrankung wird die Markierung jedoch von bestimmten Enzymen entfernt, woraufhin die mutierte Zelle weiterwächst“, erklärt die in Berlin-Mitte praktizierende Hautärztin Dr. Sybille Thoma-Uszynski. Wie genau die Enzyme ihr unseliges Werk verrichten, war bisher unbekannt.

Anhand von Gewebeproben von knapp 500 Patienten mit schwarzem Hautkrebs konnten die Berliner Forscher das Vorgehen des Enzyms nun entschlüsseln – und es anschließend gezielt mit chemischen Wirkstoffen blockieren. Die Wissenschaftler sehen nach diesem Erfolg großes Potenzial für eine Kombinationstherapie aus ihrem Ansatz und einer zielgerichteten Immuntherapie. Auf dem Plan stehen jetzt klinische Studien, in denen die praktische Wirksamkeit und Unbedenklichkeit getestet werden sollen. Damit gibt es neue Hoffnung für am malignen Melanom Erkrankte, denen mit einer Chemotherapie bisher nur unzureichend geholfen werden kann.

Das Praxisteam freut sich über engagierte Mitarbeiter (w/m)
für folgende Stellen (TZ/VZ):

Ein internationales Forscherteam konnte mithilfe chemischer Wirkstoffe das Wachstum von Hautkrebszellen stoppen – ein Ansatz, der in zukünftige Kombinationstherapien einfließen könnte.

Auf dem Gebiet der Dermatologie zählt der schwarze Hautkrebs, fachsprachlich als malignes Melanom bezeichnet, zu den größten Herausforderungen. An dieser bösartigsten Haut-Tumorerkrankung sterben in Deutschland rund 3.000 Menschen pro Jahr, gut zehnmal so viele erkranken Jahr für Jahr neu daran. Hauptrisikofaktor ist extreme UV-Strahlung; auch in der Kindheit erlittene Sonnenbrände können noch nach Jahrzehnten zum Ausbruch führen. Vor allem Menschen mit hellen Hauttypen sind betroffen.

Bei der Bekämpfung des malignen Melanoms hat nun ein internationales Forscherteam, an dem unter anderen Wissenschaftler der Charité Berlin, des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) und des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung (BIH) beteiligt sind, einen vielversprechenden Durchbruch vermeldet. Ihnen gelang es, die Krebszellen gleichsam in Tiefschlaf zu versetzen und so an weiterem Wachstum zu hindern.

„Schutzprogramm“ reaktiviert
Die Grundlage bildet das Verständnis eines körpereigenen „Schutzprogramms“, mit dem mutierte Zellen von einer Weiterentwicklung zu Tumorzellen abgehalten werden. „Wenn Zellen mutieren, werden sie grundsätzlich epigenetisch markiert, worauf es zu einem Zellteilungsstopp kommt. Dazu wird gewissermaßen eine Warnung an die Eiweißbausteine des Erbguts geheftet. Solange diese Bestand hat, bleibt die betroffene Zelle inaktiv. Bei einer Krebserkrankung wird die Markierung jedoch von bestimmten Enzymen entfernt, woraufhin die mutierte Zelle weiterwächst“, erklärt die in Berlin-Mitte praktizierende Hautärztin Dr. Sybille Thoma-Uszynski. Wie genau die Enzyme ihr unseliges Werk verrichten, war bisher unbekannt.

Anhand von Gewebeproben von knapp 500 Patienten mit schwarzem Hautkrebs konnten die Berliner Forscher das Vorgehen des Enzyms nun entschlüsseln – und es anschließend gezielt mit chemischen Wirkstoffen blockieren. Die Wissenschaftler sehen nach diesem Erfolg großes Potenzial für eine Kombinationstherapie aus ihrem Ansatz und einer zielgerichteten Immuntherapie. Auf dem Plan stehen jetzt klinische Studien, in denen die praktische Wirksamkeit und Unbedenklichkeit getestet werden sollen. Damit gibt es neue Hoffnung für am malignen Melanom Erkrankte, denen mit einer Chemotherapie bisher nur unzureichend geholfen werden kann.