Verwirrung um erhöhtes Hautkrebsrisiko durch Aspirin

Eine amerikanische Studie kam zu dem Schluss, dass das Hautkrebsrisiko von Männern, die täglich Aspirin schlucken, doppelt so hoch liegt wie normal.

Dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS), bekannter unter dem Vertriebsnamen Aspirin, werden vielfältige gesundheitliche Effekte zugeschrieben. So soll es das Risiko schwerwiegender Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich mindern, wenn man täglich eine geringe Dosis zu sich nimmt. Außerdem soll die Langzeitanwendung britischen Forschern zufolge das Risiko für verschiedene Krebsarten reduzieren, darunter Darm-, Magen-, Speiseröhren- und Lungenkrebs. Und dann gibt es natürlich die kurzfristige Wirkung als fiebersenkendes Schmerzmittel.

Sogar zur Hautkrebs-Vorbeugung wurde täglicher ASS-Konsum bereits von Medizinern empfohlen. Dieser Tipp wird allerdings von einer neuen Studie, für die Daten zu mehreren Millionen Patienten ausgewertet wurden, infrage gestellt. Denn die Kernerkenntnis der Forschungsarbeit lautet: Männer, die täglich Aspirin einnehmen, haben ein in etwa doppelt so hohes Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken, wie Männer der Vergleichsgruppe.

Warum fast nur Männer?
Die Wissenschaftler der texanischen Southwestern University filterten aus der riesigen Datenmenge jene 18- bis 89-jährigen Patienten heraus, die in einem vorgegebenen Zeitraum mindestens ein Jahr lang täglich Aspirin einnahmen und für die Daten zu noch mindestens fünf folgenden Jahren vorhanden waren. Außen vor blieben solche, die bereits zu Studienbeginn an schwarzem Hautkrebs litten. Es blieben 1.187 Patienten, von denen etwas mehr als die Hälfte Männer waren. Als Vergleichsgruppe dienten 200.000 weitere Patienten.

Wie sich zeigte, erkrankten in den fünf Jahren des Beobachtungszeitraums 0,9 Prozent der Vergleichsgruppe, aber 2,1 Prozent der ASS-Konsumenten – und zwar fast nur Männer – an schwarzem Hautkrebs. Da diese im Schnitt etwas älter waren als die Vergleichsgruppe, wurde das Alter herausgerechnet. Auch dann steht dem „Normalwert“ von 0,9 immer noch ein Erkrankungsrisiko von 1,8 bei täglicher Aspirineinnahme gegenüber. Dass fast ausschließlich Männer betroffen sind, erklären sich die Forscher spekulativ mit schützenden Enzymen, die im männlichen Körper seltener vorkommen als im weiblichen.

Weitere Forschungen nötig
Die Studie, wenngleich seriös durchgeführt, hat jedoch einige blinde Flecken. So konnte das persönliche Hautkrebsrisiko der Patienten nicht erfasst werden, also vor allem die ungeschützte Sonnenexposition und die erlittenen Sonnenbrände. Zudem ist die Annahme plausibel, dass Männer, die täglich prophylaktisch Aspirin schlucken, auch generell häufiger zum Arzt gehen und sich untersuchen lassen – daher ist die Wahrscheinlichkeit einer frühen Hautkrebserkennung auch höher.

Die Studienautoren selbst plädieren deshalb für weitere Forschungen, um die bisherigen Befunde zu unterfüttern und besser zu verstehen. Wer täglich Aspirin zu sich nehmen möchte, geht ohnehin ein Risiko ein, denn damit ist auch die Gefahr von Blutungen im Gehirn und im Verdauungstrakt verbunden. Ohne ärztliche Begleitung sollte eine solche „Aspirin-Vorsorge-Kur“ also nicht durchgeführt werden. Und gegen das Hautkrebsrisiko hilft am besten: ein vorsichtiger, bewusster Umgang mit Sonnenstrahlung.

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Eine amerikanische Studie kam zu dem Schluss, dass das Hautkrebsrisiko von Männern, die täglich Aspirin schlucken, doppelt so hoch liegt wie normal.

Dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS), bekannter unter dem Vertriebsnamen Aspirin, werden vielfältige gesundheitliche Effekte zugeschrieben. So soll es das Risiko schwerwiegender Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich mindern, wenn man täglich eine geringe Dosis zu sich nimmt. Außerdem soll die Langzeitanwendung britischen Forschern zufolge das Risiko für verschiedene Krebsarten reduzieren, darunter Darm-, Magen-, Speiseröhren- und Lungenkrebs. Und dann gibt es natürlich die kurzfristige Wirkung als fiebersenkendes Schmerzmittel.

Sogar zur Hautkrebs-Vorbeugung wurde täglicher ASS-Konsum bereits von Medizinern empfohlen. Dieser Tipp wird allerdings von einer neuen Studie, für die Daten zu mehreren Millionen Patienten ausgewertet wurden, infrage gestellt. Denn die Kernerkenntnis der Forschungsarbeit lautet: Männer, die täglich Aspirin einnehmen, haben ein in etwa doppelt so hohes Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken, wie Männer der Vergleichsgruppe.

Warum fast nur Männer?
Die Wissenschaftler der texanischen Southwestern University filterten aus der riesigen Datenmenge jene 18- bis 89-jährigen Patienten heraus, die in einem vorgegebenen Zeitraum mindestens ein Jahr lang täglich Aspirin einnahmen und für die Daten zu noch mindestens fünf folgenden Jahren vorhanden waren. Außen vor blieben solche, die bereits zu Studienbeginn an schwarzem Hautkrebs litten. Es blieben 1.187 Patienten, von denen etwas mehr als die Hälfte Männer waren. Als Vergleichsgruppe dienten 200.000 weitere Patienten.

Wie sich zeigte, erkrankten in den fünf Jahren des Beobachtungszeitraums 0,9 Prozent der Vergleichsgruppe, aber 2,1 Prozent der ASS-Konsumenten – und zwar fast nur Männer – an schwarzem Hautkrebs. Da diese im Schnitt etwas älter waren als die Vergleichsgruppe, wurde das Alter herausgerechnet. Auch dann steht dem „Normalwert“ von 0,9 immer noch ein Erkrankungsrisiko von 1,8 bei täglicher Aspirineinnahme gegenüber. Dass fast ausschließlich Männer betroffen sind, erklären sich die Forscher spekulativ mit schützenden Enzymen, die im männlichen Körper seltener vorkommen als im weiblichen.

Weitere Forschungen nötig
Die Studie, wenngleich seriös durchgeführt, hat jedoch einige blinde Flecken. So konnte das persönliche Hautkrebsrisiko der Patienten nicht erfasst werden, also vor allem die ungeschützte Sonnenexposition und die erlittenen Sonnenbrände. Zudem ist die Annahme plausibel, dass Männer, die täglich prophylaktisch Aspirin schlucken, auch generell häufiger zum Arzt gehen und sich untersuchen lassen – daher ist die Wahrscheinlichkeit einer frühen Hautkrebserkennung auch höher.

Die Studienautoren selbst plädieren deshalb für weitere Forschungen, um die bisherigen Befunde zu unterfüttern und besser zu verstehen. Wer täglich Aspirin zu sich nehmen möchte, geht ohnehin ein Risiko ein, denn damit ist auch die Gefahr von Blutungen im Gehirn und im Verdauungstrakt verbunden. Ohne ärztliche Begleitung sollte eine solche „Aspirin-Vorsorge-Kur“ also nicht durchgeführt werden. Und gegen das Hautkrebsrisiko hilft am besten: ein vorsichtiger, bewusster Umgang mit Sonnenstrahlung.