Syphilis und Tripper wieder auf dem Vormarsch

Während es bei Hepatitis C und HIV Fortschritte zu verzeichnen gibt, nehmen andere sexuell übertragbare Infektionen wie Syphilis und Tripper zu – Sorglosigkeit ist daher fehl am Platz.

Seit in den späten 1980er-Jahren die große Angst vor HIV/Aids die Bevölkerung erfasste, wurde die Sicherheit beim Sexualverkehr einige Jahre lang großgeschrieben. Das HI-Virus hat jedoch an Schrecken eingebüßt, da die Verbreitung hierzulande stagnierte und die Forschung immer wirksamere Aids-Therapien hervorbrachte. Eine HIV-Diagnose ist schon lange kein Todesurteil mehr.

Auch bei Hepatitis C, einer anderen sexuell übertragbaren Infektionskrankheit, ist die Medizin weit vorangekommen. „Heute verfügen wir dank neuer Medikationen über die Möglichkeit, die Hepatitis C ursächlich, das heißt antiviral, in mehr als 95 Prozent der Fälle zu heilen“, erklärt Prof. Norbert N. Brockmeyer, Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft – Gesellschaft zur Förderung der Sexuellen Gesundheit.

So erfreulich diese Entwicklung ist, sie hat auch eine Kehrseite: Die Menschen werden wieder sorgloser und verzichten öfters auf das schützende Kondom. Dadurch können sich sexuell übertragbare Infektionskrankheiten wieder ungehinderter ausbreiten.

Hohes Risiko vor allem in den Großstädten
Seit einigen Jahren steigen die Syphilis- und Tripper-Erkrankungszahlen international wie in Deutschland an. „Insbesondere in den Großstädten sollte man sich in Acht nehmen, denn hier betragen die Erkrankungsraten ein Vielfaches des Bundesdurchschnitts“, warnt die in Berlin-Mitte praktizierende Hautärztin Dr. Sybille Thoma-Uszynski. Dieser Durchschnitt lag 2015 bei 8,5 Syphilis-Fällen pro 100.000 Einwohner und hatte sich zwischen 2009 und 2014 verdreifacht. In Berlin jedoch betrug die Rate (Stand 2015) 39, in Köln 36, in Frankfurt am Main und München 30 pro 100.000 Einwohner. Für Tripper, fachsprachlich Gonorrhö, gibt es keine Statistiken, da er nicht gemeldet werden muss. Bekannt ist aber, dass sich die Quote in Sachsen zwischen 2003 und 2011 von 6,8 auf 14 pro 100.000 Einwohner mehr als verdoppelt hat.

Tripper macht sich in der Regel einige Tage nach der Infektion durch Brennen und Jucken beim Urinieren und durch eitrigen Ausfluss bemerkbar. Aber auch Rachenraum und Mund können betroffen sein, ohne Symptome zu zeigen. Wird keine Therapie eingeleitet, kann die Infektion zu Unfruchtbarkeit führen. Die erhältlichen Antibiotika können immer weniger gegen die auslösenden Gonokokken-Bakterien ausrichten. „Gonokokken sind zu einem ernst zu nehmenden Problem für die öffentliche Gesundheit geworden“, beklagt Klaus Jansen, Epidemiologe am Robert-Koch-Institut.

Die Syphilis ist vor allem deshalb tückisch, da sie oftmals keine Symptome hervorbringt. Solche sind beispielsweise Geschwüre, geschwollene Lymphknoten, Ausschläge auf der Haut, Haarausfall oder Fieber. In vielen Fällen heilt Syphilis von selbst aus. Schreitet sie jedoch unbehandelt fort, kann es noch nach Jahrzehnten zu schweren Schädigungen kommen, darunter Neurosyphilis, die das Rückenmark und das Gehirn angreift. Genug Gründe also, beim Sexualverkehr immer Vorsicht walten zu lassen.

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Während es bei Hepatitis C und HIV Fortschritte zu verzeichnen gibt, nehmen andere sexuell übertragbare Infektionen wie Syphilis und Tripper zu – Sorglosigkeit ist daher fehl am Platz.

Seit in den späten 1980er-Jahren die große Angst vor HIV/Aids die Bevölkerung erfasste, wurde die Sicherheit beim Sexualverkehr einige Jahre lang großgeschrieben. Das HI-Virus hat jedoch an Schrecken eingebüßt, da die Verbreitung hierzulande stagnierte und die Forschung immer wirksamere Aids-Therapien hervorbrachte. Eine HIV-Diagnose ist schon lange kein Todesurteil mehr.

Auch bei Hepatitis C, einer anderen sexuell übertragbaren Infektionskrankheit, ist die Medizin weit vorangekommen. „Heute verfügen wir dank neuer Medikationen über die Möglichkeit, die Hepatitis C ursächlich, das heißt antiviral, in mehr als 95 Prozent der Fälle zu heilen“, erklärt Prof. Norbert N. Brockmeyer, Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft – Gesellschaft zur Förderung der Sexuellen Gesundheit.

So erfreulich diese Entwicklung ist, sie hat auch eine Kehrseite: Die Menschen werden wieder sorgloser und verzichten öfters auf das schützende Kondom. Dadurch können sich sexuell übertragbare Infektionskrankheiten wieder ungehinderter ausbreiten.

Hohes Risiko vor allem in den Großstädten
Seit einigen Jahren steigen die Syphilis- und Tripper-Erkrankungszahlen international wie in Deutschland an. „Insbesondere in den Großstädten sollte man sich in Acht nehmen, denn hier betragen die Erkrankungsraten ein Vielfaches des Bundesdurchschnitts“, warnt die in Berlin-Mitte praktizierende Hautärztin Dr. Sybille Thoma-Uszynski. Dieser Durchschnitt lag 2015 bei 8,5 Syphilis-Fällen pro 100.000 Einwohner und hatte sich zwischen 2009 und 2014 verdreifacht. In Berlin jedoch betrug die Rate (Stand 2015) 39, in Köln 36, in Frankfurt am Main und München 30 pro 100.000 Einwohner. Für Tripper, fachsprachlich Gonorrhö, gibt es keine Statistiken, da er nicht gemeldet werden muss. Bekannt ist aber, dass sich die Quote in Sachsen zwischen 2003 und 2011 von 6,8 auf 14 pro 100.000 Einwohner mehr als verdoppelt hat.

Tripper macht sich in der Regel einige Tage nach der Infektion durch Brennen und Jucken beim Urinieren und durch eitrigen Ausfluss bemerkbar. Aber auch Rachenraum und Mund können betroffen sein, ohne Symptome zu zeigen. Wird keine Therapie eingeleitet, kann die Infektion zu Unfruchtbarkeit führen. Die erhältlichen Antibiotika können immer weniger gegen die auslösenden Gonokokken-Bakterien ausrichten. „Gonokokken sind zu einem ernst zu nehmenden Problem für die öffentliche Gesundheit geworden“, beklagt Klaus Jansen, Epidemiologe am Robert-Koch-Institut.

Die Syphilis ist vor allem deshalb tückisch, da sie oftmals keine Symptome hervorbringt. Solche sind beispielsweise Geschwüre, geschwollene Lymphknoten, Ausschläge auf der Haut, Haarausfall oder Fieber. In vielen Fällen heilt Syphilis von selbst aus. Schreitet sie jedoch unbehandelt fort, kann es noch nach Jahrzehnten zu schweren Schädigungen kommen, darunter Neurosyphilis, die das Rückenmark und das Gehirn angreift. Genug Gründe also, beim Sexualverkehr immer Vorsicht walten zu lassen.