Neurodermitis verändert Bakterien-Besiedlungsmuster der Haut

Auch nicht entzündete Hautareale weisen bei Neurodermitis-Patienten ein verändertes, reduziertes Mikrobiom auf. Dieses ist von großer Bedeutung für die Barrierefunktion der Haut.

Dass das Mikrobiom der Haut bei Neurodermitis-Patienten an den Stellen mit akuten oder chronischen Ekzemen ganz anders aussieht als bei gesunden Menschen, ist bereits länger bekannt. Forscher vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) haben nun jedoch herausgefunden, dass auch die nicht direkt betroffene Haut solche Veränderungen zeigt. Diese treten auch bei trockener Haut schwächer ausgeprägt auf.

„Als Mikrobiom werden die Mikroorganismen bezeichnet, die den menschlichen Körper besiedeln. Die Viren, Pilze und Bakterien kommen billionenfach vor und erfüllen wichtige Funktionen für den Organismus. So bilden sie auf der Haut mit der Hautflora eine Barriere, die schädliche Eindringlinge fernhält – sie üben also gewissermaßen eine Türsteherfunktion aus“, erläutert die Dermatologin Dr. Sybille Thoma-Uszynski aus Berlin-Mitte. „Darüber hinaus spielt die Hautflora für den Stoffwechsel der Haut eine eminente Rolle. Welche Mikroorganismen jeweils die Haut besiedeln, hängt von der Körperregion ab, die Zusammensetzung kann sich stark unterscheiden.“

Entzündet sich die Haut, werden diese Unterschiede nivelliert. Eine chronische Entzündung geht mit einem Mikrobiom-Besiedlungsmuster einher, das weniger Vielfalt aufweist als bei gesunder Haut. Damit kann das größte Organ des Menschen seine Schutzfunktion nur noch eingeschränkt ausüben.

„Die Diversität, also die Bakterienvielfalt, und der Anteil bestimmter Staphylokokken nimmt von gesunder über trockene zu entzündeter Haut sukzessive ab, während bestimmte andere Stämme, insbesondere S. aureus, immer mehr dominieren“, führt Studien-Mitautor Dr. Hansjörg Baurecht von der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des UKSH Kiel aus. Während also pH-Wert, Feuchtigkeit, Lipidgehalt, genetische Faktoren, Temperatur und Umwelteinflüsse bei gesunder Haut für eine jeweils individuelle Mikrobiom-Zusammensetzung an jeder Körperstelle sorgen, tendiert entzündete Haut zu einem Einheits-Besiedlungsmuster.

Und das betrifft den neuen Erkenntnissen zufolge eben auch entzündungsfreie Hautareale. Deren Schutz vor potenziell allergenen und irritierenden Einflüssen wird damit für Neurodermitis-Patienten noch wichtiger.

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Auch nicht entzündete Hautareale weisen bei Neurodermitis-Patienten ein verändertes, reduziertes Mikrobiom auf. Dieses ist von großer Bedeutung für die Barrierefunktion der Haut.

Dass das Mikrobiom der Haut bei Neurodermitis-Patienten an den Stellen mit akuten oder chronischen Ekzemen ganz anders aussieht als bei gesunden Menschen, ist bereits länger bekannt. Forscher vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) haben nun jedoch herausgefunden, dass auch die nicht direkt betroffene Haut solche Veränderungen zeigt. Diese treten auch bei trockener Haut schwächer ausgeprägt auf.

„Als Mikrobiom werden die Mikroorganismen bezeichnet, die den menschlichen Körper besiedeln. Die Viren, Pilze und Bakterien kommen billionenfach vor und erfüllen wichtige Funktionen für den Organismus. So bilden sie auf der Haut mit der Hautflora eine Barriere, die schädliche Eindringlinge fernhält – sie üben also gewissermaßen eine Türsteherfunktion aus“, erläutert die Dermatologin Dr. Sybille Thoma-Uszynski aus Berlin-Mitte. „Darüber hinaus spielt die Hautflora für den Stoffwechsel der Haut eine eminente Rolle. Welche Mikroorganismen jeweils die Haut besiedeln, hängt von der Körperregion ab, die Zusammensetzung kann sich stark unterscheiden.“

Entzündet sich die Haut, werden diese Unterschiede nivelliert. Eine chronische Entzündung geht mit einem Mikrobiom-Besiedlungsmuster einher, das weniger Vielfalt aufweist als bei gesunder Haut. Damit kann das größte Organ des Menschen seine Schutzfunktion nur noch eingeschränkt ausüben.

„Die Diversität, also die Bakterienvielfalt, und der Anteil bestimmter Staphylokokken nimmt von gesunder über trockene zu entzündeter Haut sukzessive ab, während bestimmte andere Stämme, insbesondere S. aureus, immer mehr dominieren“, führt Studien-Mitautor Dr. Hansjörg Baurecht von der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des UKSH Kiel aus. Während also pH-Wert, Feuchtigkeit, Lipidgehalt, genetische Faktoren, Temperatur und Umwelteinflüsse bei gesunder Haut für eine jeweils individuelle Mikrobiom-Zusammensetzung an jeder Körperstelle sorgen, tendiert entzündete Haut zu einem Einheits-Besiedlungsmuster.

Und das betrifft den neuen Erkenntnissen zufolge eben auch entzündungsfreie Hautareale. Deren Schutz vor potenziell allergenen und irritierenden Einflüssen wird damit für Neurodermitis-Patienten noch wichtiger.