Nachsorge vermindert Rückfallrisiko bei schwarzem Hautkrebs

Das maligne Melanom ist die tückischste Hautkrebsform. In einer Studie wurde nun untersucht, wie gezielte Nachsorge die Überlebenswahrscheinlichkeit erhöhen kann.

Der schwarze Hautkrebs, auch als malignes Melanom bekannt, ist wegen seiner Aggressivität gefürchtet. Fast 20.000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich daran, und von ihnen fallen rund 3.000 dem Krebs zum Opfer. Im Wesentlichen steht UV-Strahlung als Risikofaktor Nummer eins im Verdacht. Demgemäß ist die Wahrscheinlichkeit, im Laufe seines Lebens am schwarzen Hautkrebs zu erkranken, in Australien etwa zehnmal so hoch wie in Deutschland. Doch auch hierzulande steigen die Fallzahlen.

Tückisch ist das maligne Melanom nicht nur, weil es lange unbemerkt bleiben kann. Das Risiko von Rückfällen und Metastasen in anderen Organen bedroht das Leben der Patienten auch noch nach einer erfolgreichen Operation. Inwieweit eine gezielte Nachsorge es senken kann, ist in der Forschergemeinde umstritten. Eine US-Studie hat deshalb kürzlich die Wirksamkeit verschiedener Nachsorgeverfahren systematisch untersucht. Ergebnis: Eine intensive Nachsorge trägt effektiv zur frühen Erkennung von Rückfällen bei.

Der Mix macht’s
Für die Studie wurden 290 Patienten, denen ein malignes Melanom im Stadium IIB, IIC oder III operativ entfernt worden war, einer „Rundum-Nachsorge“ unterzogen. Zum Einsatz kamen sowohl körperliche Untersuchung und Selbstuntersuchung durch die Patienten als auch Laboranalysen sowie die bildgebenden Verfahren CT (Becken, Bauch und Brust) und MRT (Gehirn). Im Verlauf der durchschnittlich zweieinhalb Jahre währenden Betreuung und Beobachtung wurden 115 Rückfälle entdeckt, und zwar durch alle Methoden. Die meisten „Treffer“ erreichten CT und MRT, gefolgt von der körperlichen Untersuchung, der Selbstuntersuchung und (mit verschwindend geringem Anteil) Labor-Checks.

„Die Studie unterstreicht, wie wichtig eine gewissenhafte Nachsorge nach der Entfernung eines malignen Melanoms ist“, sagt Hautärztin Dr. med. habil. Sybille Thoma-Uszynski aus Berlin-Mitte. „Leider kann man nie sicher sein, dass alles überstanden ist – zumal neben der Rückfallgefahr auch das Risiko neuer Hautkrebserkrankungen weiterbesteht. Die Nachsorge und die ohnehin für jedermann empfehlenswerte Vorsorge gehen hier also Hand in Hand.“